Die Bilder gleichen sich inzwischen in weiten Teilen Europas: Flüsse und Seen führen Niedrigwasser, Böden reißen auf, Wälder leiden unter Trockenstress und vielerorts wird die Bevölkerung aufgefordert, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen. Auch in Deutschland erleben wir erneut einen Sommer, in dem Regen über Wochen ausbleibt und selbst alte Bäume unter Wassermangel leiden. Für viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer stellt sich deshalb die Frage: Wie können wir unsere Gärten gesund erhalten und gleichzeitig verantwortungsvoll mit Wasser umgehen?

Die Antwort liegt nicht allein im häufigeren Gießen. Viel wichtiger ist ein Umdenken. Wer seinen Garten heute an die Folgen des Klimawandels anpasst, spart künftig Wasser, Zeit und Kosten und schafft gleichzeitig einen widerstandsfähigen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen.
Wasser ist weit mehr als nur ein Durstlöscher
Pflanzen benötigen Wasser nicht nur, um ihren Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten. Erst durch Wasser können sie die im Boden enthaltenen Nährstoffe aufnehmen und in Wachstum umsetzen. Fehlt Feuchtigkeit, geraten sie in einen regelrechten Hungerzustand. Blätter welken, Blüten bleiben aus und ganze Pflanzen können absterben. Deshalb gilt: Jede Wassergabe sollte möglichst dort ankommen, wo sie gebraucht wird – an den Wurzeln.
Wann sollte gegossen werden?
Der beste Zeitpunkt ist der frühe Morgen. Dann sind Boden und Luft noch kühl. Das Wasser verdunstet kaum und kann tief in den Boden eindringen. Gleichzeitig trocknen Blätter im Laufe des Tages wieder ab, was Pilzerkrankungen vorbeugt. Von einer Bewässerung während der Mittagshitze ist abzuraten. Ein großer Teil des Wassers verdunstet ungenutzt, bevor er überhaupt die Pflanzen erreicht.
Weniger oft, dafür gründlich
Viele kleine Wassergaben fördern flache Wurzeln. Diese trocknen bei Hitze besonders schnell aus. Besser ist es, die Pflanzen seltener, dafür durchdringend zu wässern. So werden die Wurzeln angeregt, in tiefere Bodenschichten vorzudringen. Dort finden sie auch während längerer Trockenphasen noch Feuchtigkeit. Vor allem neu gepflanzte Bäume, Sträucher und Stauden benötigen in den ersten Jahren regelmäßige Unterstützung.
Infoblatt zum Download: Die häufigsten Gießfehler im Garten
Bewässerung mit System
Tropf- und Perlschläuche gehören zu den effizientesten Bewässerungsmethoden. Sie geben das Wasser langsam und direkt an den Wurzelbereich ab. Verdunstungsverluste werden deutlich reduziert, gleichzeitig wird weniger Wasser verbraucht als mit einem Rasensprenger.
Trinkwasser sparen beginnt im eigenen Garten
Die vergangenen Sommer zeigen deutlich: Trinkwasser wird zunehmend zu einer kostbaren Ressource. Deshalb sollte es überall dort eingespart werden, wo eine Alternative vorhanden ist.
Kurz & knapp – Was ist besser?
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Regenwasser |
Leitungswasser |
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kostenlos |
kann teuer werden |
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kalk- und nähstoffarm, wird deshalb auch von empfindlichen Pflanzen vertragen |
Wasserhärte ist zu beachten |
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In den Auffanggefäßen oft schon auf die optimale Gießtemperatur vorgewärmt |
Frisch aus der Leitung fast immer zu kalt |
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Investitionskosten für Regentonnen oder Zisternen |
Unbelastetes Wasser aus z. B. aus Planschbecken kann verwertet werden |
Die Tabelle zeigt, die beste Alternative heißt Regenwasser. Wer Regen von Dachflächen sammelt, kann seinen Garten auch während längerer Trockenperioden bewässern, ohne kostbares Trinkwasser zu verbrauchen. Schon eine einzelne Regentonne hilft dabei. Wer neu baut oder seinen Garten umgestaltet, sollte über eine Zisterne nachdenken. Sie speichert große Wassermengen unterirdisch und macht den Garten deutlich unabhängiger von längeren Dürreperioden.
Infoblatt zum Download: Regentonne für verschiedene Gartengrößen
Ein gesunder Boden spart Wasser
Mindestens ebenso wichtig wie das Gießen ist der Zustand des Bodens. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder gehäckseltem Schnittgut schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung. Dadurch bleibt die Feuchtigkeit deutlich länger erhalten. Gleichzeitig verbessert sich das Bodenleben, und Regenwasser kann besser versickern. Humusreiche Böden wirken dabei wie ein natürlicher Wasserspeicher.
Pflanzen auswählen, die Trockenheit vertragen
Nicht jede Pflanze muss täglich gegossen werden. Viele Stauden und Gehölze stammen aus Regionen mit trockenen Sommern und kommen erstaunlich gut mit Hitze zurecht.
Dazu gehören beispielsweise:
- Lavendel
- Katzenminze
- Blauraute
- Bart-Iris
- Wollziest
- Purpursonnenhut
- Königskerze
- Hauswurz
- Fette Henne (Sedum)
- Steinkraut
Diese Stauden benötigen nach dem Anwachsen meist nur wenig zusätzliche Bewässerung und bieten gleichzeitig Nahrung für zahlreiche Wildbienen und Schmetterlinge.
Der Garten der Zukunft sammelt Wasser
Die wichtigste Erkenntnis aus den vergangenen Jahren lautet: Nicht der nächste trockene Sommer ist die Ausnahme, sondern der regenreiche.
Deshalb lohnt es sich, den Garten Schritt für Schritt an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen.
Dazu gehören:
- Regenwasser konsequent sammeln und speichern
- wasserspeichernde Böden aufbauen
- Mulch als Verdunstungsschutz einsetzen
- mehr Schatten durch Bäume und größere Sträucher schaffen
- trockenheitsverträgliche Pflanzen bevorzugen
- effiziente Bewässerungssysteme nutzen
Wer heute in eine Regentonne oder eine Zisterne investiert, investiert nicht nur in den eigenen Garten. Er entlastet gleichzeitig die öffentliche Wasserversorgung und leistet einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit unserer wertvollsten Ressource.
Fazit
Die anhaltende Trockenheit zeigt, dass sich unsere Gärten verändern müssen. Statt immer mehr zu gießen, sollten wir Wasser intelligenter nutzen. Regenwasser sammeln, Böden verbessern, Mulch einsetzen und passende Pflanzen auswählen. All das macht den Garten widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit. So entsteht ein Garten, der auch in den kommenden Jahren grün bleibt, Lebensraum für Tiere bietet und gleichzeitig verantwortungsvoll mit Wasser umgeht. Denn jeder Liter Regenwasser, der im Garten genutzt wird, spart kostbares Trinkwasser und macht unseren Garten ein Stück zukunftsfähiger.
