Elisabeth Thesing-Bleck

Pflanzenliebhaberin

Mein Garten – eine kleine grüne Oase mit großer Verantwortung

400 Quadratmeter Garten in Aachen-Richterich!

Ein Garten ist mehr als ein Stück Land. Er kann Lebensraum sein, Wasser speichern, Boden schützen, Pflanzen und Tiere miteinander verbinden, das Klima im Kleinen beeinflussen und uns Menschen einen Ort schenken, an dem wir Natur unmittelbar erleben können.

Mein Garten in Aachen-Richterich ist über viele Jahre gewachsen. Dabei habe ich ihn Schritt für Schritt zu einer möglichst naturnahen und ökologisch bewirtschafteten grünen Oase entwickelt. Er ist kein perfekter Naturgarten und kein fertiges Konzept. Er verändert sich ständig. Ich beobachte, probiere aus, lerne dazu und passe ihn immer wieder an neue Bedingungen an.

Ausgezeichnet wurde unser Garten als „Grüne Oase auf dem Weg zum Naturgarten“ im Rahmen der Initiative „Tausende Gärten – Tausende Arten“.

Für mich ist diese Auszeichnung vor allem eine Ermutigung, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Denn auch ein kleiner Garten kann einen Beitrag leisten.

 


Mein Garten auf einen Blick

 Lebensraum, Wasserspeicher, Klimaschützer, Beobachtungsort und Lernraum.

💧 Wasser bewahren
🌱 Boden schützen
🐝 Lebensräume schaffen
🌼 Vielfalt wachsen lassen
🌳 Mikroklima verbessern
🌡️ Klimawandel begegnen
♻️ Kreisläufe schließen


 🌿 Was kann ein Garten leisten?

Die Frage, die mich bei der Gestaltung meines Gartens immer wieder beschäftigt, lautet:

Wie kann ich mit dem Stück Natur, für das ich Verantwortung übernommen habe, möglichst sorgsam umgehen?

Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viel zu besitzen oder möglichst viele Pflanzen unterzubringen. Es geht vielmehr darum, Lebensräume zu schaffen, natürliche Kreisläufe zu unterstützen, Ressourcen zu schonen und meinem Garten die Möglichkeit zu geben, mit den Veränderungen unseres Klimas umzugehen.

Mein Garten ist deshalb für mich gleichzeitig: Lebensraum, Wasserspeicher, Klimaschützer, Beobachtungsort und Lernraum 


💧 Mein Garten bewahrt Wasser         

Unser Biotop im Hochsommer – Wasserspeicher und Lebensraum für Tiere, die auf Wasser angewiesen sind.

Wasser wird auch im Garten zu einer immer kostbareren Ressource. Längere Trockenperioden und häufigere Hitzephasen stellen Pflanzen und Tiere vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig können Starkregenereignisse dazu führen, dass innerhalb kurzer Zeit sehr große Wassermengen anfallen. Deshalb versuche ich, Regenwasser möglichst lange im Garten zu halten und sinnvoll zu nutzen.

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei unser Gartenteich. Er ist nicht nur ein faszinierender Lebensraum, sondern kann bei entsprechender Gestaltung auch Wasser zurückhalten und damit einen kleinen Beitrag zum Umgang mit Starkregen leisten. Auch die Auswahl geeigneter Pflanzen, ein lebendiger Boden und möglichst wenig versiegelte Flächen helfen dabei, Wasser im Garten zu halten.

Mehr dazu:

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Anhaltende Trockenheit  – so machen Sie Ihren garten fit für den nächsten Dürresommer

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Regenwasser soll möglichst dort bleiben, wo es fällt – und nicht so schnell wie möglich aus dem Garten verschwinden. 


🌱 Mein Garten schützt den Boden

Durch den über Jahrmillionen vor der Eifel angewehten Löss-Lehm hat unser Garten eine Bodenzahl von 99 von 100 möglichen Punkten und gehört damit zu den fruchtbarsten Böden der Erde.

 

Der Boden ist für mich einer der wichtigsten, aber oft unterschätzten Lebensräume des Gartens. Unter unseren Füßen befindet sich ein komplexes Ökosystem aus Mikroorganismen, Pilzen, Würmern und vielen weiteren Lebewesen. Ein gesunder Boden kann Wasser speichern, Pflanzen ernähren und Kohlenstoff binden. Deshalb versuche ich, den natürlichen Kreislauf des Gartens möglichst wenig zu unterbrechen. Pflanzenreste und organisches Material werden nicht einfach als Abfall betrachtet. Kompost wird wieder zu wertvollem Humus und damit zu einem Bestandteil des Bodens. So entsteht ein Kreislauf:

Pflanze → organisches Material → Kompost → Humus → Boden → neue Pflanze

Für mich gehört deshalb auch der bewusste Umgang mit Kompost, Laub und Pflanzenresten zum Klimaschutz im Garten. 

Mehr dazu: 

Wie geht Klimaschutz im Alltag? – Welchen Beitrag können Hausgärten zum Sparen von CO₂ leisten?

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Mein Grundsatz: Was im Garten wächst, muss nicht automatisch aus dem Garten verschwinden. 


🐝 Mein Garten schafft Lebensräume

 

Ein naturnaher Garten muss nicht überall wild aussehen. Entscheidend ist vielmehr, dass unterschiedliche Lebensräume entstehen und miteinander verbunden sind. In meinem Garten finden sich verschiedene Strukturen und Lebensbereiche: Pflanzen, Gehölze, unterschiedliche Bodenbereiche und der Gartenteich. Sie bieten Nahrung, Verstecke und Rückzugsorte für unterschiedliche Tiere. Dabei spielt nicht nur der einzelne Garten eine Rolle. Viele kleine naturnahe Gärten können gemeinsam ein Netzwerk bilden. Unser Garten ist Teil einer solchen grünen Nachbarschaft und damit mit weiteren Lebensräumen verbunden.

Das ist für mich ein wichtiger Gedanke:

Biodiversität braucht nicht immer große Naturschutzgebiete. Auch viele kleine Lebensräume können gemeinsam etwas bewirken.

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Die Kampagne “Tausende Gärten – Tausende Arten” prämiert unseren Garten!

Wir sind jetzt Grüne Oase!

Eine grüne Oase mitten in Richterich 

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🌼 Mein Garten lässt Vielfalt wachsen

Ein Garten muss nicht überall ordentlich und kurz geschnitten sein, um gepflegt zu wirken. Im Gegenteil, dort, wo Blumen wachsen dürfen und nicht ständig gemäht wird, können sich andere Pflanzen entwickeln und mit ihnen kommen Insekten und andere Tiere. Deshalb habe ich mich unter anderem mit der Frage beschäftigt, welche Rolle ein Blumenrasen spielen kann und was passiert, wenn der Rasen im Mai einmal nicht ständig gemäht wird.

Der sogenannte „No Mow May“ hat mich dabei besonders beschäftigt. Denn manchmal bedeutet naturnahes Gärtnern auch: einfach einmal weniger tun. Nicht jede Blüte muss abgeschnitten, nicht jede Ecke aufgeräumt und nicht jede Pflanze zurückgenommen werden.

Mehr dazu:

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No Mow May – warum ein mähfreier Mai dem Garten gut tut

Mein Grundsatz: Ein bisschen Unordnung kann sehr viel Leben bedeuten.


🌳 Mein Garten schafft ein angenehmes Mikroklima

Kleiner Kaukasus-Beinwell, Sorte Hidcote Blue

Bäume, Sträucher und andere größere Pflanzen sind viel mehr als dekorative Elemente. Sie spenden Schatten, verdunsten Wasser, bieten Lebensraum und können dazu beitragen, dass sich ein Garten an heißen Tagen weniger stark aufheizt. Gerade während längerer Hitzeperioden wird deutlich, wie wichtig solche Strukturen sind.

Ein Garten mit unterschiedlichen Höhen, dichtem Bewuchs und schattigen Bereichen reagiert anders auf Hitze als eine vollständig offene, kurz geschnittene und versiegelte Fläche. Deshalb gehören Bäume und Gehölze für mich ganz selbstverständlich zu einem zukunftsfähigen Garten.

Sie sind gleichzeitig:

Schattengeber, Klimaanlage, Lebensraum und Gestaltungselement.

Mehr dazu:

Bäume und Gehölze – Klimaanlage für den Garten

Bäume sind mehr als nur Grün grün  

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🌡️ Mein Garten verändert sich mit dem Klima

Der Klimawandel ist kein abstraktes Thema, das irgendwo weit entfernt stattfindet. Ich kann seine Veränderungen auch in meinem Garten beobachten. Sommer werden heißer und trockener, Niederschläge verändern sich und die Winter sind milder geworden.

Auch die Pflanzenwelt reagiert darauf. Die Winterhärtezonen wurden neu bewertet und auch für Aachen hat sich die Einstufung verändert. Pflanzen, die früher als empfindlich galten, können heute unter Umständen besser mit unseren Wintern zurechtkommen. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen. Nicht jede Pflanze kommt mit längeren Trockenperioden oder extremer Sommerhitze zurecht.

Deshalb stellt sich für mich immer häufiger die Frage:

Wie muss ein Garten gestaltet sein, damit er auch in Zukunft ein guter Lebensraum bleibt?

Ich glaube nicht, dass es darauf eine fertige Antwort gibt. Wir müssen beobachten, Erfahrungen sammeln und unsere Gärten immer wieder neu denken.

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Gärtnern im Klimawandel

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♻️ Mein Garten denkt in Kreisläufen

Ein naturnaher Garten ist für mich auch ein Ort, an dem natürliche Kreisläufe möglichst weitgehend erhalten bleiben.

    • Laub wird nicht grundsätzlich als Abfall betrachtet.
    • Pflanzenreste können kompostiert werden.
    • Organisches Material wird wieder zu Humus.
    • Samen dürfen sich verbreiten.
    • Abgestorbene Pflanzenteile können Lebensraum für Tiere werden.
  • Und manche Bereiche dürfen sich einfach entwickeln.
  • Das bedeutet nicht, dass im Garten nichts mehr getan wird.
  • Es bedeutet vielmehr, bewusster zu entscheiden, was wirklich notwendig ist.

Mein Grundsatz:

Nicht alles, was im Garten wächst oder entsteht, muss entfernt werden.


🦋 Mein Garten ist Teil eines größeren Ganzen

400 Quadratmeter sind nicht viel. Aber 400 Quadratmeter sind auch nicht nichts. Wenn viele Gärten einer Stadt ähnlich denken und handeln, entsteht etwas Größeres,
ein Netz aus kleinen Lebensräumen.

  • Hecken können Verbindungen schaffen.
  • Blühende Pflanzen bieten Nahrung.
  • Bäume und Sträucher bilden Strukturen.
  • Teiche und andere Wasserstellen schaffen zusätzliche Lebensräume.
  • Und naturnahe Gärten können gemeinsam zu einem wichtigen Bestandteil der grünen Infrastruktur einer Stadt werden.
  • Deshalb sehe ich meinen Garten nicht als abgeschlossene Insel.

Er ist ein kleines Stück eines größeren ökologischen Netzwerks.


🌿 Mein Garten auf einen Blick

📐 Fläche 400 m²
📍 Lage 50° 49′ N · 6° 4′ O
⛰️ Höhenlage 184 m über NN
🌧️ Niederschlag 818 mm/Jahr (1991–2021)
🌡️ Mittlere Temperatur 9,9 °C (1991–2021)
❄️ Winterhärtezone 7b (Tendenz zu 8a durch den Klimawandel)
🌱 Boden Lösslehm · Bodenwertzahl 99
☀️ Lichtverhältnisse sonnig · halbschattig · schattig
💧 Feuchtigkeit frischfeucht bis feucht am Teichrand
🌿 Entwicklung über viele Jahre gewachsen
🏆 Auszeichnung „Grüne Oase auf dem Weg zum Naturgarten“

Gartenphilosophie:

Weniger versiegeln, mehr Vielfalt zulassen, Ressourcen schonen

Ziel:

Einen Garten schaffen, der Menschen Freude macht und gleichzeitig möglichst viel Leben ermöglicht


🌱 Was mein Garten für mich bedeutet

Elisabeth Thesing-Bleck 06Mein Garten ist kein Naturschutzgebiet. Er kann das Artensterben nicht aufhalten und den Klimawandel nicht stoppen. Aber er kann zeigen,

was im Kleinen möglich ist.

  • Ich kann entscheiden, ob Regenwasser möglichst schnell abgeleitet oder im Garten zurückgehalten wird.
  • Ich kann entscheiden, ob eine Fläche ständig kurz gemäht oder zeitweise zur Blühfläche wird.
  • Ich kann entscheiden, ob Pflanzenreste als Abfall betrachtet oder wieder Teil des natürlichen Kreislaufs werden.
  • Ich kann entscheiden, ob mein Garten möglichst pflegeintensiv und aufgeräumt oder vielfältig und lebendig sein soll.
  • Und ich kann beobachten, was passiert, wenn ich der Natur ein wenig mehr Raum gebe.

🌍 Ein kleiner Garten kann einen Unterschied machen

Ich glaube nicht, dass jeder Garten gleich aussehen muss. Im Gegenteil. Die Vielfalt beginnt gerade dort, wo unterschiedliche Menschen unterschiedliche Gärten gestalten. Aber jeder Garten kann sich die Frage stellen:

Was kann mein Garten für die Natur tun?

Vielleicht ist das die wichtigste Frage, die ich mit meinem Garten weitergeben möchte. Denn Umwelt- und Klimaschutz beginnen nicht erst im Naturschutzgebiet, im Parlament oder bei großen politischen Entscheidungen. Sie können auch vor der eigenen Haustür beginnen.

  • Mit einem Baum.
  • Mit einer Blüte.
  • Mit einem Stück ungemähtem Rasen.
  • Mit einem Komposthaufen.
  • Mit einem Teich.
  • Mit einem Stück Erde, das wir nicht nur gestalten, sondern als Lebensraum verstehen.
  • Mein Garten ist klein.

Seine Möglichkeiten sind es nicht!

Und vielleicht beginnt Verantwortung für unsere Umwelt genau dort:

Vor der eigenen Haustür!

Lenzrose im Vorgarten – Zeigerpflanze des Frühlings


Ganz am Ende: „Entdecke meinen Gartenblog“

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Bildrechte:

© Niclas Möller Media (2)

© tippingpoints TGTA

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© die-fotografin-aachen.de

© ConceptionApo (4)

Schlagworte:
Mein Garten, Garten-Steckbrief, naturnaher Garten, nachhaltiges Gärtnern, Grüne Oase, Lebensraum Garten, Artenvielfalt, Wasser im Garten, Boden schützen, Klimaschutz

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Elisabeth Thesing-Bleck
Mein Garten – eine kleine grüne Oase mit großer Verantwortung