Elisabeth Thesing-Bleck

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Mietshausgarten

Mein erster Garten

Mietshausgarten 01Mitten zwischen rauchenden Schloten der Schwerindustrie und dem größten Klärwerk Europas hatten wir unsere erste Mietwohnung bezogen. Wenige Wochen später erblickte hier – mitten im Ruhrgebiet – meine erste Tochter das Licht der Welt. Wenige Wochen nach der Geburt des Mädchens gründeten sich die Grünen. Auch ich hatte wie viele junge Mütter in dieser Zeit den Anspruch, meinem Kind ein Aufwachsen in Einklang mit der Natur zu ermöglichen, zu der Zeit fast die Quadratur des Kreises im Norden des Reviers.

Neben der Terrasse unserer Mietwohnung lag ein klitzekleines, unbearbeitetes Grundstück. Ich träumte davon, wie schön es wäre, dieses winzige Stückchen Erde in eine kleine Oase zu verwandeln, in der ein Kind aufwachsen kann. Damit war meine erste Gartenidee und meine Gärtnerleidenschaft geboren.

Mietshausgarten 02Eine junge Familie hat viele Wünsche. Die finanziellen Ressourcen reichen allerdings nur, um einige wenige davon zu erfüllen. Bei uns blieb von unserem Budget für die Umgestaltung eines auch noch so kleinen Grundstücks ganz und gar nichts übrig. Moos fanden wir lediglich auf den Terrassenplatten unserer Mietwohnung – in unserem Geldbeutel verschwand es immer viel zu schnell. Gleichwohl nahm ich die Herausforderung an. Ich wollte dieses winzige, völlig verwilderte Stückchen Erde mit minimalem finanziellen Einsatz in ein Kleinod verwandeln.  Mein erster Gartenversuch! Dabei lernte ich unendlich viel.

Ich lernte

  • dass man durch eine systematische Bodenbearbeitung eine Brache in urbares Land umwandeln kann.
  • welche Pflanzen in meinem Garten am besten wachsen und welche dort gar nicht gedeihen wollen.
  • dass jede Pflanzengattung ihren eigenen unverwechselbaren Standort braucht.
  • dass Schattenpflanzen in der prallen Sonne kümmern und die Sonnenanbeterinnen im Schlagschatten eines Hauses eingehen.
  • welche Pflanzen lieber im Schatten und welche lieber in der Sonne wachsen wollen.
  • welche von Ihnen Trockenheit vertragen und wer lieber nasse Füße hat.
  • dass Kräuter, die im eigenem Garten aus Samen gezogen werden viel aromatischer duften und schmecken als gekaufte Treibhauspflanzen.
  • dass wohlriechende Würzpflanzen aus dem Lebensmittelhandel oftmals wie Prinzessinnen behandelt werden wollen und nur mit großem Pflegaufwand  im eigenen Garten oder im Blumentopf so gedeihen, wie ich es mir vorstelle.

Und damit hatte ich mir bereits ein gutes Rüstzeug für meinen zweiten Garten erarbeitet.

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