Wenn die Tage kürzer werden und die Dunkelheit früher hereinbricht, beginnt die besondere Zeit des Martinsfestes. Am 11. November erinnern wir uns an den heiligen Martin, an seine Nächstenliebe und an eine Geschichte, die bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. Warum also nicht einmal ein Gartenfest zu St. Martin feiern? Mit Laternenlicht, Martinsfeuer, duftenden Brezeln und einer stimmungsvollen Dekoration lässt sich der Garten in einen Ort der Begegnung und des Miteinanders verwandeln.

Martinsspiel nach dem Laternenzug
St. Martinus in Richterich – ein Patronatsfest mit besonderer Bedeutung
Eine besondere Verbindung zum Martinsfest gibt es bei uns in Aachen-Richterich. Die katholische Pfarrkirche St. Martinus trägt den Namen des Heiligen und feiert am 11. November ihr Patronatsfest. Damit ist der Martinstag für die Kirchengemeinde in Richterich weit mehr als ein schöner Brauchtumstag. Er erinnert an den Namenspatron der Kirche und an dessen Vorbild, Menschlichkeit, Barmherzigkeit und die Bereitschaft, mit anderen zu teilen. Es ist schön, wenn solche Traditionen nicht nur in der Kirche, sondern auch in unseren Gärten und im persönlichen Miteinander lebendig bleiben. Vielleicht kann ein Gartenfest dazu beitragen, die Botschaft des heiligen Martin auf ganz unkomplizierte Weise weiterzutragen.
Die Geschichte, die hinter dem Fest steht
Bei aller Dekoration, den Laternen und den kulinarischen Genüssen sollte eines nicht fehlen, die Geschichte des heiligen Martin. Der Überlieferung nach begegnete Martin, damals noch ein römischer Soldat, an einem kalten Wintertag einem frierenden Bettler. Ohne zu zögern, teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab dem Bedürftigen eine Hälfte. Er behielt nicht alles für sich, sondern gab etwas von dem ab, was er selbst besaß.
Diese einfache, aber eindrucksvolle Geste ist bis heute das Herzstück des Martinsfestes. Sie erinnert uns daran, dass Nächstenliebe nicht unbedingt große Taten voraussetzt. Manchmal genügt es, hinzusehen, zu helfen und etwas mit anderen zu teilen. Vielleicht ist gerade ein Gartenfest eine schöne Gelegenheit, mit Kindern und Erwachsenen darüber ins Gespräch zu kommen? Wo können wir heute unseren Mantel teilen? Wem können wir Wärme, Zeit oder Aufmerksamkeit schenken?
Martinslaterne und Laternenumzug – wenn der Garten zu leuchten beginnt
Was wäre St. Martin ohne die bunten Martinslaternen? Schon Wochen vorher basteln Kinder in Kindergärten und Schulen ihre eigenen Laternen. Ob klassisch mit Sternen und Mond, mit einer Sonne, einem Pferd oder dem heiligen Martin auf seinem Pferd – jede Laterne ist ein kleines Kunstwerk und macht den Martinsabend zu etwas Besonderem. Wenn es am 11. November dunkel wird, beginnt vielerorts der traditionelle Laternenumzug. Kinder ziehen singend durch die Straßen und tragen stolz ihre selbst gebastelten Lichter. Begleitet werden sie häufig von einem Reiter auf einem Pferd, der den heiligen Martin darstellt. An vielen Orten wird dabei auch die Geschichte von der Mantelteilung nachgespielt.
Auch im eigenen Garten lässt sich diese schöne Tradition aufgreifen. Warum nicht einen kleinen Laternenumzug rund um das Haus oder durch den Garten veranstalten? Die Wege können mit zusätzlichen Laternen und Windlichtern geschmückt werden. Vielleicht gibt es sogar einen kleinen Martinsreiter aus Holz oder eine entsprechende Dekoration. Besonders stimmungsvoll wird es, wenn sich alle Gäste mit ihren Laternen um das Martinsfeuer versammeln und gemeinsam Martinslieder singen. So wird aus einem Gartenfest ein kleines Martinsfest, das Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Freude bereitet.

Nach dem Martinszug beleuchten die selbst gebastelten Laternen stimmungsvoll die Gartenmauer und tauchen den Garten in ein festliches Licht.
Denn die Martinslaterne ist mehr als eine hübsche Dekoration: Sie steht symbolisch für das Licht, das wir in die Dunkelheit tragen – und für die Botschaft des heiligen Martin, dass wir dieses Licht und unsere Wärme mit anderen teilen sollen. Gerade dieser Gedanke verbindet den Laternenumzug mit der Geschichte des heiligen Martin: Jeder kann ein Licht für andere sein.
Ein Martinsfeuer als Mittelpunkt des Abends
Ein kleines Martinsfeuer ist der Mittelpunkt eines Gartenfestes. Es darf bei einem Fest zu St. Martin nicht fehlen. Es ist der Ort im Garten, an dem man zusammenkommt, Geschichten erzählt, singt und die besondere Stimmung des Herbstabends genießt.

Nach dem Martinszug erfreut ein spektakuläres Martinsfeuer große und kleine Leute.
Das Feuer steht dabei nicht nur für Wärme und Geborgenheit, sondern auch für das Licht, das wir miteinander teilen können. Natürlich sollte es nur an einer geeigneten, sicheren Feuerstelle und unter Beachtung der örtlichen Vorschriften entzündet werden. Alternativ schaffen Windlichter und Laternen eine ebenso schöne Atmosphäre.
Martinsbrezel – gemeinsam schmeckt es am besten

Selbstgebackenes ist der Auftakt zur traditionellen Weihnachtsbäckerei. Beim Martinsfest erfreuen sich die Gäste an der süßen Leckerei im Garten oder sie dürfen einen Weckmann mit nach Hause nehmen.
Zu St. Martin gehört die Martinsbrezel einfach dazu. Frisch gebacken, noch leicht warm und vielleicht mit etwas Butter oder Marmelade serviert, ist sie ein köstlicher Begleiter für einen gemütlichen Abend im Garten. Besonders schön wird es, wenn die Brezeln miteinander geteilt werden. Denn genau darum geht es beim Martinsfest, nicht nur um schöne Traditionen, sondern um das Teilen und die Freude daran, anderen etwas abzugeben.
Eine Martinsgans als besonderer Gast im Garten
Was wäre St. Martin ohne die Martinsgans? Sie darf bei einem Gartenfest natürlich nicht fehlen. Ob als dekorative Gans aus Keramik, Holz oder Stroh, als kleine Figur zwischen herbstlichen Blumen oder als selbst gebastelter Blickfang: Eine Martinsgans sorgt für einen augenzwinkernden Bezug zur Martinsgeschichte. Wer mag, kann auch eine kleine Ecke im Garten mit Stroh, Heu, Laternen und Gänsefiguren gestalten. So entsteht eine herbstliche Szenerie, die schon beim Ankommen auf das Fest einstimmt.
Eine ganze Gans (ca. 4 kg) gelingt am Drehspieß im Garten wunderbar saftig und bekommt durch die permanente Rotation eine herrlich krosse Haut. Hier ist das Rezept, das gut gelingt.
Dazu braucht Ihr:

Eine knusprig gebratene Martinsgans lässt sich auch im herbstlichen Garten zaubern.
1 ganze Gans (ca. 4 kg)
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- Füllung:
200 g eingeweichtes Trockenobst (z. B. Pflaumen/Aprikosen),
2 Äpfel,
1 Orange (in Stücken),
1 Zwiebel
- Füllung:
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- Gewürze & Kräuter:
½ Bund getrockneter Beifuß,
1 TL Majoran,
Salz und Pfeffer
- Gewürze & Kräuter:
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- Für die Soße:
1 Bund Suppengemüse,
400 ml Gänsefond,
1 l Wasser, ein Schuss Rotwein
- Für die Soße:
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- Zum Anpinseln am Ende:
Gesalzenes Wasser
- Zum Anpinseln am Ende:
- Die Gans innen und außen gründlich waschen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Die Haut leicht einstecken, damit das Fett während des Grillens optimal austreten kann.
- Die Gans innen und außen kräftig mit Salz, Pfeffer, Beifuß und Majoran würzen. Das eingeweichte Trockenobst mit den Apfel- und Orangenstücken sowie der Zwiebel vermischen und in die Bauchhöhle füllen.
- Die Öffnung mit Küchengarn oder Holzspießen zunähen und die Flügel und Keulen dicht an den Körper binden, damit sie nicht verbrennen.
- Die Gans mittig auf den Drehspieß stecken und mit den Spießgabeln arretieren.
- Wichtig: Den Spieß vorher kurz auf den Händen ausrollen. Falls sie sich zur Seite oder nach unten neigt, brauchst du ein Kontergewicht oder musst die Gans leicht versetzt neu aufstecken, damit der Motor nicht ungleichmäßig belastet wird.
- Die Gans ca. 3 Stunden langsam rotieren lassen.
- Kurz vor Ende, dann wenn die Kerntemperatur an der dicksten Stelle der Keule bei ca. 80–85 °C liegt, die Hitze erhöhen und die Haut mit Salzwasser einpinseln, bis sie schön braun und knusprig wird.
- Die Gans vom Spieß nehmen und vor dem Anschneiden ca. 10 bis 15 Minuten ruhen lassen.
- Den Inhalt der Tropfschale durch ein Sieb in einen Topf passieren, überschüssiges Fett abschöpfen. Für die Sose den Fond mit einem Schluck Rotwein und eventuell etwas Stärke abschmecken.
Ein Fest, das mehr ist als schöne Dekoration
Ein Gartenfest zu St. Martin verbindet vieles, was diese Jahreszeit so besonders macht, das warme Licht der Laternen, das Knistern des Feuers, den Duft frisch gebackener Brezeln und die Freude am Zusammensein. Doch im Mittelpunkt steht eine Botschaft, die gerade heute wichtig ist. Teilen macht das Leben heller. Vielleicht ist das die schönste Idee für ein Martinsfest im eigenen Garten. Wir laden Menschen ein, verbringen gemeinsam einen schönen Abend und erinnern uns daran, dass jeder von uns ein kleines Licht für andere sein kann.

Martinsbrezel, ein traditionelles, süßes Hefegebäck, werden rund um den Martinstag und insbesondere nach dem Laternenumzug verschenkt oder geteilt.
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