Elisabeth Thesing-Bleck

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Alte Sorten, eine spannende Alternative für den Eigenanbau – Woher bekommt man Saatgut in der Corona-Krise?

Die nächste große Herausforderung bestand darin, geeignetes Saatgut zu beschaffen. Ins nächste Garten-Center gehen und einfach kaufen, das stellte in der Corona-Krise die nächste Herausforderung dar.

In unserem Keller fand ich noch einen alten Bestand von Samen, die zufälligerweise aus einem meiner früheren Gärten mit umgezogen waren und die ich seit mehr als 30 Jahren nicht mehr angerührt hatte. Die industrialisierte Landwirtschaft hat über Jahrzehnte nur noch das gezüchtet, was verlässlich hohe Erträge bringt. Der große Rest, die ursprüngliche Vielfalt der Sorten, geriet fast in Vergessenheit. An bestimmte Standorte besonders gut angepasste, robuste und schädlingsresistente Gemüsesorten gehen verloren, besonders schmackhafte Sorten verschwinden, es sei denn, jemand wie ich bewahrt ungewöhnliche Sorten ohne es zu wissen in einer der hintersten Ecken im Keller auf. Ich war jedenfalls komplett überrascht über mich selbst, wie sorgfältig ich seinerzeit ungewöhnliche Gemüsesorten angebaut hatte und wie viel Wert ich in meinen früheren Gärten auf ausgefallenes und robustes, genau an den Standort angepasstes Saatgut gelegt hatte.

Saatgut aus alten Sorten

Seltener Fund, 40 Jahre altes Saatgut – Was wird davon wohl noch keimen?

An den noch vorhandenen Preisetiketten, die noch in D-Mark ausgeworfen waren, könnte ich Namen von Spezial-Gärtnereien ausmachen, die mir in der Zwischenzeit völlig aus dem Gedächtnis gefallen sind. Es waren Bezugsquellen für alte Gemüsesorten dabei, aber auch Samentütchen für ausgesprochen exotische Gemüse, deren Namen ich erst zweimal lesen musste, um zu verstehen, was das denn wohl sein könnte. Und darüber hinaus fand ich noch eine Reihe von wohl beschrifteten Papiertütchen, in denen ich seinerzeit selbst gesammeltes Saatgut und getauschte Raritäten sorgfältigst untergebracht hatte. Kleiner Nachteil, diese Sammlung dürfte zwischen 30 und 40 Jahre alt sein. Und die Keimschutzgarantie der gekauften Samen war zum Teil seit Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts abgelaufen. Genau das weckte meinen Ehrgeiz. Wie lange ist ein solch ungewöhnliches Saat gut noch keimfähig?

 

Wie ich das meisterte beschreibe ich in meinem nächsten Blog.

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Elisabeth Thesing-Bleck
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