Elisabeth Thesing-Bleck

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Wurmkiste – Humusfabrik für den Topfgarten

Wertvoller Humus lässt sich nicht nur im Garten zubereiten. Auch auf kleinstem Raum kann man super leicht wertvolle Blumenerde selber herstellen. Geeignete Komposter gibt es fertig zu kaufen oder man kann sie in Eigenarbeit bauen. Außerdem können exotische Bokashi-Eimer und Wurmkisten eingesetzt werden. Bedenken vor unangenehmen Gerüchen sind unbegründet, wenn man es richtig macht. Zwei Beiträge zeigen auf, worauf man dabei achten muss.Eigenen Kompost für die Topfkultur herzustellen ist relativ simpel und auch gar nicht so zeitaufwändig. Dazu muss man zunächst, den Bioabfall, der im Haushalt anfällt, in einen geeigneten Behälter zu füllen. Ab und zu sollte der Humus, der daraus entsteht gewendet und kontrolliert werden. Der fertige Kompost wird anschließend entnommen. Die wertvolle Erde ist ein toller Dünger für die Topfkultur und eine super Basis zur Verbesserung gekaufter Pflanzende. Küchenabfälle kann man auf verschiedene Art und Weise zu wertvollen Humus verarbeiten. Für den Topfgarten eignet sich besonders der Einsatz einer Wurmkiste.
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Arten Kompost für den Topf Garten selbst herzustellen. Für den Topfgarten haben sich zwei Verfahren besonders bewährt, die Wurmkiste und der unter Luftabschluss laufende Fermentierungsprozess im Bokashi-Eimer.

Wurmkiste – Einfach kompostieren
Wohnungsbesitzer können ihre Küchenabfälle nutzen und Hilfe von Kompostwürmern in nährstoffreichen, lockeren Wurmhumus verwandeln. Beim Wurmkomposter kommen spezielle Kompostwürmer zum Einsatz. Sie verwerten eine großen Teil der im Haushalt anfallende Biomasse. Das klingt zunächst etwas seltsam. Dieser ganz natürliche Vorgang hat sich aber in der Praxis seit Langem bewährt. Jeden Tag verwandeln Kompostwürmer mehr als die Hälfte ihres Körpergewichts an Biomasse in wertvollen Humus.

Zerkleinerte Küchenabfällen wie Obst oder Gemüse, Kaffeesatz und Teebeutel sind ein wertvoller Rohstoff, der sich leicht in Humus für den Topfgarten verwandeln lässt.

Wenn man dieses Verfahren einsetzen will, braucht man zunächst einen geeigneten Behälter. Eine 60 x 40 x 40 cm große Kiste, die durch eine durchlässige Wand in zwei Teile geteilt wird, ist ideal. Abwechselnd wird jeweils eine der beiden Kammern mit Biomasse befüllt. Die Kompostwürmer wechseln selbständig von einer Hälfte der Kammer in die andere, wenn sie frisches Futter brauchen.

Wurmkisten kann man fertig kaufen oder leicht selbst bauen, Kompostwürmer mit dem lateinischen Namen „Eisenia foetida“ lassen sich unkompliziert über das Internet beschaffen.

Der hungrige Kompostwurm verwandelt Biomaterial in wertvollen Humus – Ein sehr begehrter Rohstoff für gesundes Pflanzenwachtum in der Topfkultur

Wurmkisten brauchen einen luftdurchlässiger Deckel und eine Auffangwanne für die Verrottungsflüssigkeit. Dieser sogenannte „Wurmtee“ kann dann in offenen Gefäßen gelagert und als Flüssigdünger in einem Verhältnis 1:10 dem Gießwasser für die Topfkultur beigefügt werden. Besonders praktisch ist eine Schublade im unteren Teil der Wurmkiste, die man herausziehen kann um den fertigen Humus jedes Mal dann zu entnehmen, wenn man ihn braucht.

Eine Wurmkiste kann man überall aufstellen. Als dekoratives Element sieht sie im Topfgarten sehr gut aus. Praktisch ist auch ein Standort in der Küche, weil man die die hier anfallende Biomasse sofort direkt einfüllen kann. Auf einem Südbalkon wird es allerdings im Hochsommer leicht zu heiß. Das überleben Mikroorganismen und Kompostwürmer oft nicht. Bei ca. 5 °C stellen die Kompostwürmer ihre Tätigkeit ein, bei Frost überleben nur die in den Kokons abgelegten Eier. Bei lang andauernden starken Frost empfiehlt es sich die Wurmkiste mit Decken oder anderem isolierenden Material gegen Kälte zu schützen. Bei Temperaturen unter 5 °C und über 30°C kann die Kiste auch an einen Ort mit gemäßigteren Temperaturen umziehen.

Kompostwürmer füttern – So geht’s
Kompostwürmer sind ausgesprochen hungrig und müssen deshalb regelmäßig gefüttert werden. Besonders geeignet ist eine Mischung aus rund drei Viertel zerkleinerten Küchenabfällen wie Obst oder Gemüse, Kaffeesatz, Teebeuteln und einem Viertel feuchtem Papier, Karton und Eierschachteln. Das ergibt eine optimale organische Mischung aus Kohlenstoff und Stickstoff. Einmal die Woche sollte man die Würmer mit einen speziellen Mineral-Mix zu füttern, den man bei spezialisierten Händlern kaufen kann. Das hält den pH-Wert zwischen fünf bis sieben stabil und versorgt die Würmer mit Mineralien und Spurenelementen. Zudem sollte alle ein bis zwei Wochen der Wurmtee abgelassen werden.

Und was ist mit der Wurmkiste im Urlaub?
Bei zwei Wochen Urlaub gibt man vor seinem Antritt zusätzliches Futter in die Kiste. Ab drei Wochen Urlaub versorgt der Gießdienst als Wurm-Sitter die Kompostkiste mit.

In die Wurmkiste 

Was darf rein?

• unbehandelte Gemüse- und Obstreste
• Teebeutel ohne Klammern und Papieretikett und Schnur
• Kaffeesatz bis zu einem Drittel pro Tag
• Gewaschene (Achtung Infektionsgefahr durch Salmonellen!) und zerkleinerte Eierschalen
• Zeitungspapier, Kartonagen ohne Farbe oder Hochglanz

Was darf NICHT rein ?

• stark riechende Biomasse wie zum Beispiel Zwiebelschalen, Knoblauch, etc.
• Milchprodukte, Käse, Essensreste, Fleisch, Knochen
• die Schalen von chemisch behandeltem Obst und Gemüse
• Tierfäkalien, Vogelsand oder Katzenstreu. Achtung Infektionsgefahr!

Kompostwürmer in Pflanzgefäßen?
Oft sind im geernteten Wurmhumus noch Kompostwürmer vorhanden. Sie dürfen in die Pflanzgefäße mit hinein. Sie verbessern hier die Lebensbedingungen der Topfpflanzen. Kompostwürmer zersetzen in Verbindung mit den Bodenlebewesen organisches Material und organischen Dünger. Das funktioniert auch im Pflanzgefäßen sehr gut und verbessert die Bodenbeschaffenheit und sorgt für ein gesundes Pflanzenwachstum.

Würmer lockern zudem die Pflanzende auf. Das ist im Topfgarten im besonderen Maße erwünscht. Gerade hier neigt das Pflanzsubstrat sehr leicht dazu sich stark zu verdichten. Auch in der Großstadt lässt sich beobachten, dass Amseln die Würmer aus den Pflanzgefäßen herausziehen und dabei ebenfalls die zur Verdichtung neigenden oberen Bodenschichten auflockern.

Fertiger Wurmkompost duftet nach frischer Walderde.


Keine Angst – Wurmkisten stinken nicht!
Eine Wurmkiste stinkt nicht. Der Inhalt riecht angenehm nach Waldboden. Mein Tipp: Jeder Haushalt sollte seine Bio-Abfälle in eine Wurmkiste geben. Sie sind viel zu wertvoll, um sie über die Müllabfuhr zu entsorgen. Wurmhumus ist bester natürlicher Dünger für den Topfgarten und zudem nachhaltig. Urban Gardening ist geradezu eine ideale Ergänzung, um aus Küchenabfällen köstliche Kräuter und sogar neues Gemüse zu ziehen. Wurmhumus unterstützt dir Pflanzen dabei, ein starkes Wurzelwerk auszubilden und weniger krankheitsanfällig zu werden. Mit Wurmhumusdünger besteht im Topfgarten niemals die Gefahr einer Überdüngung der Topfkultur.

Beitragsbild:  ©Gaon kisan / Pixabay

Beitragsbilder: ©Ben Kerckx, ©Patricia Maine Degrave, ©Joke vander Leij alle Pixabay

 

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Elisabeth Thesing-Bleck
Wurmkiste – Humusfabrik für den Topfgarten