Elisabeth Thesing-Bleck

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Was Sie über gute Pflanzenerde wissen sollten…

Ohne Erde wächst im Topf oder Balkonkasten gar nichts. Man bezeichnet Pflanzenerde im Urban Gardening als Substrat oder auch als Pflanzsubstrat. Erde für Töpfe ist im Gegensatz zum natürlich gewachsenen Mutterboden im Garten ein reines Kunstprodukt. Allerdings besteht das Substrat aus natürlichen und biologischen Zutaten. Topfpflanzen sind der Erde, in die sie eingesetzt wurden, während der ganzen Saison auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Kübelpflanzen verbleiben zum Teil jahrelang im gleichen Substrat. Je größer und schwerer die Kübel, desto aufwändiger ist das Umtopfen. 

Pflanzerde muß ihren Bewohnern festen Halt bieten. 

Topfpflanzen dürfen bei Wind und Wetter nicht einfach aus ihren Behältern kippen. Dafür sorgt das richtige, griffige, kompakte Substrat. Topferde muss das Giesswasser schnell aufnehmen können und bei Bedarf zügig wieder an die Pflanzen abgeben. Dauerregen oder zu viel Giesswasser läßt eine gute Erde weder zusammenklumpen. Bei Trockenheit darf sie nicht hart und rissig werden.

So sollte Ihre Erde in Töpfen und Kübeln auch in den trockensten Sommermonaten niemals aussehen. Diese Erde nimmt in Töpfen nur mit größten Schwierigkeiten wieder Wasser auf, wenn überhaut…

Im trockenen Hochsommer muss sie sehr schnell wieder feucht werden und gleichzeitig das Wasser daran hindern einfach ungenutzt durchzulaufen. Normale Gartenerde ist als Topfsubstrat mit diesen Aufgaben völlig überfordert, diese Schwerstarbeit gelingt nur Alleskönner-Erden. 

Kompost führt der Erde im Topf einen hohen Anteil an organischer Substanz zu. 

Die Nährstoffe des Humus werden von den Mikroorganismen in eine Form umgewandelt, die von Pflanzen verwertet werden kann. So wirkt Kompost als Dünger und stärkt durch seine Mikroorganismen die Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge. Gleichzeitig wird die Bodenbeschaffenheit durch Kompost viel griffiger. Das schützt die Topferde vor Verschlämmen und Verkrusten. Gieß- und Regenwasser werden besser aufgenommen. Fasern machen Pflanzerde zum einen atmungsaktiv und leiten darüber hinaus überschüssiges Regen- und Gießwasser schnell ab. Im Urban Gardening ist der Schutz vor Staunässe besonders wichtig, damit kein Schimmel entsteht und die Wurzeln empfindlicher Pflanzen nicht anfangen zu faulen.

Lehm spielt für die Stabilität der Topferde eine zentrale Rolle! 

Natürlicher Lehm ist im Topf werden ein sehr gern verwendeter Zusatzstoff.

Lehm ist in der Topfkultur eine gesuchter und wertvoller Grundbaustein.

Dieser gibt der Topferde eine gute Stabilität. Zudem bindet er Wasser und verhindert damit, dass Nährstoffe durch Gießen oder Regen ausgewaschen werden. So speichert die Topferde wertvolle Nährstoffe und gibt sie nach und nach wieder an die Pflanzen ab. Damit versorgt Lehmzusatz im Substrat Topfpflanzen mit wichtigen Lebensgrundlagen. Durch Zusatz von organischen Langzeitdüngern wie zum Beispiel Hornspäne werden die Pflanzen mehrere Monate lang mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. 

 

Woran erkennt man eine gute Erde für die Topfkultur? 

  • Durch eine lockere, krümelige Struktur verdichtet sich die Erde nicht beim Gießen und sie bildet keine harte Kruste bei Trockenheit.
  • Topferde riecht immer angenehm erdig nach Waldboden
  • Sie lässt sich leicht befeuchten und nimmt Wasser auch nach Trockenheit schnell wieder auf
  • Sie sackt auch nach längerer Zeit nicht zusammen

Gute Topferde ist sehr teuer – Grund genug sie selber zu mischen.

Deshalb lohnt es sich darüber nachzudenken, ob man sie nicht lieber selber mischen sollte anstatt sie fertig zu kaufen. Dabei sollte man immer auch mit überlegen, ob man den dafür benötigten Humus selber herstellen kann. Insbesondere bei Topfgärten, die in den oberen Stockwerken eines Hauses liegen, ist das Hochschleppen der gekauften Topferde sehr mühsam.

Wer in oberen Stockwerken wohnt muss Bioabfälle aufwendig nach unten befördern. Um sich diese Arbeit zu ersparen, kann man aus Biomasse mit Verfahren, die auch auf dem Balkon durchführbar sind, daraus besten Humus fürs Urban Gardening herstellen.

Eigenen Humus stellt man aus den organischen Stoffen her, die ohnehin im Haushalt anfallen und die man sonst mit viel Aufwand zur Entsorgung über die Biotonne nach unten tragen müsste. Bei Eigenkompostierung im Topfgarten entfallen gleich beide Arbeitsgänge. Zudem sind die benötigten Faserstoffe trocken und in kompakter Form lieferbar und dadurch deutlich leichter zu transportieren. Eigenkompostierung entwickelt sich als ein wesentlicher Bestandteil des Urban Gardening. Es spart Mühe und Zeit und entsteht nach und nach ein eigener biologischen Kreislauf.

 

Die folgenden Beiträge beschäftigen sich damit, wie man geeignete Pflanzerde für das Urban Gardening selber herstellen kann. Bau und Betrieb eine Wurmkiste zum Herstellen von Wurmhumus wird danach vorgestellt. Im Bokashi-Eimer lässt sich die im Haushalt anfallenden Biomasse direkt fermentieren. Mit dieser Möglichkeit organische Substanzen zu verwerten beschäftigt sich der Beitrag zum Bokashi-Eimer als die perfekte Ergänzung für den Topfgarten.

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Elisabeth Thesing-Bleck
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