Elisabeth Thesing-Bleck

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Sonnengarten 06

Giersch, Dreiblatt, Geißfuß und Ziegenkraut

Giersch, Dreiblatt, Geißfuß und Ziegenkraut

Der Großstadtgarten war üppig bewachsen als er von einer  jungen Familie übernommen wurde, einer grünen Hölle gleich. Die alles beherrschende Pflanze war der Giersch. Trivialnamen für diese Wildpflanze, die den ganzen Garten in Besitz genommen hatte, sind Dreiblatt, Geißfuß, Ziegenkraut, Geesekohl und Baumtropf.

Im Kampf gegen den Giersch zeigt sich die Vergeblichkeit des menschlichen Tuns. Auch wenn die Wurzeln gehackt werden, regeneriert sich die Pflanze meist schnell. Herkömmliche Herbizide, die für Haus- und Kleingärten zugelassen sind, erweisen sich gegen den Geißfuß als weitestgehend wirkungslos. Sie vernichten leider nicht das gesamte Wurzelwerk. Jedes kleinste in der Erde verbliebene Reststückchen entfaltet sich anschließend zu einer neuen kräftigen Pflanze.

Wenn der Boden sauber lichtdicht abgedeckt wird, dann sind nach etwa zwei Jahren auch die kräftigsten Pflanzen abgestorben – nicht jedoch die Samen des Geißfußes! Giersch kann auch bekämpft werden, indem regelmäßig seine Blätter entfernt werden. In jahrelanger Kleinarbeit wird er dadurch so geschwächt, dass er abstirbt. Kartoffeln und andere kräftige, bodendeckende Bepflanzungen helfen ebenfalls das Ziegenkraut zu unterdrücken, da sie schneller wachsen und ihm Licht und Nährstoffe nehmen.

Der Kampf, der jede gärtnerische Tätigkeit vergeblich erscheinen lässt, wurde dennoch gewonnen! Allerdings war ein erheblicher Eingriffe in das Grundstück nötig. Dazu wurde ca. 150 cm Boden abgetragen und verworfen sowie Sperrgürtel aus extrem eng gesetztem Wiesenstorchschnabel an den Grenzen zu den Nachbargrundstücken gepflanzt. In der Dauerpflege wird jedes Giersch-Blatt, dass sich neu zeigt, konsequent ausgegraben.

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Elisabeth Thesing-Bleck
Giersch, Dreiblatt, Geißfuß und Ziegenkraut